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Tipps für Adoptanten

Tierische Tipps für die erste Zeit mit Ihrem neuen Schützling

Wir gratulieren Ihnen zur Adoption eines ehemaligen Straßenhundes vom RoDiN e.V.!
Selbstverständlich stehen wir Ihnen bei allen Fragen rund um Ihren Schützling mit Rat und Tat zur Seite. Für die erste Zeit mit Ihrem neuen Familienmitglied auf vier Pfoten möchten wir Ihnen wichtige Tipps mit auf Ihren gemeinsamen Weg geben.

Tag der Ankunft

Bitte halten Sie den Tag der Ankunft komplett für Ihren adoptierten Hund frei. Je nach Verkehrssituation und Zwischenstopps kann es zu Verzögerungen kommen. Damit wir Sie über die genaue Ankunftszeit Ihres Vierbeiners auf dem Laufenden halten können, seien Sie bitte telefonisch erreichbar. Falls Sie nicht rechtzeitig am Übergabepunkt sein können, informieren Sie uns bitte umgehend. Im Sinne der transportierten Tiere möchten wir lange Wartezeiten vermeiden und – falls Sie sich sehr verspäten – eine alternative Abholung vereinbaren.

Erste Begegnung

Ein ehemaliger Straßenhund kennt (noch) kein harmonisches Familienleben. Begrüßen Sie Ihr neues Familienmitglied deshalb bitte nicht allzu stürmisch, sondern ruhig und gelassen. Gehen Sie nicht frontal auf ihn zu und starren Sie ihn nicht an, das kann bedrohlich auf den Hund wirken. Selbst wenn Sie ihn am liebsten sofort in Ihre Arme schließen möchten, denken Sie daran, dass die Fellnase Ihre Zuneigung eventuell missverstehen könnte.

Gesichert abholen, sicher ankommen

Um Ihren Hund sicher in sein neues Zuhause zu bringen, sollten Sie zur Übergabe ein Zugstopphalsband, ein ausbruchsicheres Panikgeschirr sowie eine Leine (keine Rollleine!) mitbringen. Ihr Schützling sollte in der ersten Zeit Geschirr und Halsband tragen, die Leine wird an beiden festgemacht, damit der eventuell panische Vierbeiner nicht „ausbrechen“ und weglaufen kann. Bringen Sie bitte eine feste Leine mit, keine Flexileine! Denn fällt Ihnen die Rollleine vor lauter Aufregung aus der Hand, dann sind der „Knall“ beim Fallen sowie das „Hinterherscheppern“ auf der Flucht für einen ängstlichen Vierbeiner der absolute Horror. Für das Auto empfehlen wir einen Reisetrinknapf und eine Transportbox. Vor dem Öffnen der Autotür oder Kofferraumklappe sollten Sie stets darauf achten, dass der Hund auch wirklich gesichert ist und nicht aus dem Wagen fliehen kann!

Das Panikgeschirr

Ein Krankenwagen mit Sirene, ein schneller Radfahrer, ein lautes Kind – für uns Zweibeiner gehören solche Begegnungen zum Alltag und sind ganz normal.  Ein ehemaliger Straßenhund kennt unseren ganz normalen Alltag jedoch nicht, schon Kleinigkeiten können ihn in Angst und Schrecken versetzen. Um eine tierische (leider oftmals tödlich endende) Flucht zu vermeiden, sollte Ihr felliger Freund sein Panikgeschirr unbedingt in den ersten Wochen nach seiner Ankunft tragen. Bevor Sie daran denken Ihren Vierbeiner abzuleinen, sollten Sie hunderprozentig sicher sein, dass der Rückruf sitzt. Trainieren Sie mit einer Schleppleine so lange, bis es klappt. In der Regel dauert es mehrere Wochen, bis eine ausreichende Bindung zwischen Hund und Halter aufgebaut wurde und der Mensch seinen Hund gut genug einschätzen kann. Bitte machen Sie nicht den Fehler und leinen Ihren Kumpel ab, nur weil er schon nach einigen Tagen in reizarmen Situationen gut hört.

Die ersten Wochen im neuen Zuhause

Zuhause angekommen möchte das neue Familienmitglied zunächst einmal das neue Revier erkunden. Lassen Sie Ihrem Hund dafür ausreichend Zeit und stören Sie ihn nicht bei seiner Entdeckungstour.

Lassen Sie ihren Tagesablauf so normal wie möglich weiterlaufen. So kann sich Ihr Tier direkt Ihrem Alltag anpassen. In der Eingewöhnungsphase sollten Sie unbedingt darauf achten, dass der Hund niemals durch eine Tür, durch ein Gartentor, über einen Zaun oder durch die offenstehende Garage entwischen kann. Straßenhunde sind schlau, sie könnten also auch in der Lage sein, eine Türklinke herunter zu drücken!

Zeigt sich der Vierbeiner ängstlich, bedrängen Sie ihn bitte nicht. Irgendwann wird er von sich aus zu Ihnen kommen. Das kann mehrere Tage dauern, haben Sie Geduld und achten Sie auf die tierische Körpersprache. Ein Rückzugsort ist für den Hund ebenfalls sehr wichtig. Wählen Sie möglichst einen Platz, der nach „hinten“ gesichert ist (an einer Wand), an dem der Hund einen guten Überblick hat und sehen kann, wer den Raum betritt. Dort sollte er sich ausruhen können, ohne dass er von Ihnen, Ihren Kindern oder den Besuchern gestört wird.

Bestrafen Sie Ihre Fellnase bitte nicht dafür, wenn mal etwas „daneben geht“. Unsere Hunde kommen von der Straße oder haben an einer Kette gelebt, sie müssen erst lernen, stubenrein zu werden. Es kann auch sein, dass Ihr neuer felliger Partner die ersten ein bis zwei Tage weder Urin, noch Kot absetzt. Dann fühlt er sich einfach noch nicht sicher genug, um sich zu lösen. Ebenfalls stressbedingt und zunächst kein Grund zur Sorge: wenn das Tier nichts fressen möchte und/oder Durchfall hat.

Kommt Ihr tierischer Begleiter aus einem Shelter, ist er eventuell noch nicht an ausgedehnte, große Spaziergänge gewöhnt. Steigern Sie die gemeinsamen Gassitouren langsam. So kann sich die Muskulatur entsprechend aufbauen und der Hund wird nicht von den Eindrücken in seiner neuen Umgebung überfordert.

Ihre Freunde möchten Ihren neuen Mitbewohner kennenlernen? Der Vierbeiner soll geduscht oder zum Hundefrisör gebracht werden? Dieser „aufregende Trubel“ muss warten, bis der Hund etwas mehr Zutrauen gefasst hat.

Bitte erwarten Sie nicht, dass der ehemalige Streuner vom ersten Tag an alles selbstverständlich meistert und er selbstbewusst mit allen Situationen umgeht. Die Eingewöhnung kann Wochen dauern. Lassen Sie Ihren Hund erst einmal in Ruhe ankommen und Vertrauen zu Ihnen fassen.

Das Hunde-ABC lernen

Es kann sein, dass „Bello“ erst lernen muss, Treppen zu steigen, nicht am Tisch zu betteln, Auto zu fahren etc. Auch an die Geräusche des Haushalts (Staubsauger, Mixer etc.) und die „Hausregeln“ (Mülltüte nicht aufreißen, nicht ins Bett oder auf das Sofa springen etc.) muss er sich eventuell noch gewöhnen. Ebenso erlernt werden müssen die Grundkommandos und die Leinenführigkeit. Das Alleinebleiben üben Sie am besten nach einem Spaziergang, wenn der Hund ohnehin müde und zufrieden ist, und in kleinen Schritten (Tag 1 nur wenige Minuten alleine lassen, dann langsam steigern).

Egal, was Sie Ihrem Vierbeiner beibringen oder abgewöhnen – belohnen Sie stets erwünschtes Verhalten und unterbinden Sie mit liebevoller Konsequenz Dinge, die Sie nicht möchten – von Anfang an! Ab dem Tag des Einzugs sind Sie ganz allein für die positive (oder auch negative) Entwicklung ihres Schützlings verantwortlich. Und wenn Sie wirklich mal nicht weiter wissen, rufen Sie uns bitte an. Wir helfen Ihnen gerne!

Is' was, Doc?

Nach der Eingewöhnung können Sie Ihren Schützling bei Ihrem Tierarzt vorstellen. Wir raten hier zu einer „Routineuntersuchung“, denn so kann Ihr Hund seinen Arzt ohne Spritze und ähnlich unangenehmem Dingen in Ruhe kennenlernen.  Unsere Hunde besitzen alle ihren eigenen EU-Pass und sind bei der Einreise nach Deutschland vollständig geimpft. Meint der Arzt dennoch, dass die Impfung nicht vollständig ist, lassen Sie das Tier auf keinen Fall nachimpfen. Holen Sie sich im Zweifel eine zweite Meinung von einem anderen Veterinär ein, anstatt Ihrem Hund durch eine Überimpfung zu schaden.

Die Zusammenführung von Hunden

Sie haben bereits einen oder mehrere Hunde in Ihrem Rudel? Dann sollte die erste Begegnung mit dem „Neuen“ auf neutralem Grund stattfinden. Machen Sie zum Beispiel einen Spaziergang, bei dem die Tiere sich während des Laufens entspannen und schon einmal Sicht- und Geruchskontakt zueinander aufnehmen können. Viele Hunde haben an der Leine eine Individualdistanz, die besagt, dass sie keinen fremden Hund in ihrer Nähe haben möchten. Achten Sie bitte während der Gassitour auf den Abstand zwischen den Vierbeinern.

Beim Füttern sollte das Rudel in einiger Entfernung zueinander – anfangs besser getrennt voneinander – gefüttert werden. So vermeiden Sie eventuellen Futterneid. Beschäftigen Sie sich bitte nicht nur mit Ihrem neuen Hund. Ihr Ersthund sollte sich nicht benachteiligt fühlen und den „Neuen“ als Eindringling sehen.

Das RoDiN-Team ist stets an Ihrer Seite

Für uns ist es selbstverständlich, dass wir Ihnen auch nach der Adoption einer unserer Hunde zur Seite stehen. Sollten also Zweifel, Sorgen oder Probleme auftauchen, rufen Sie uns bitte an! Wir helfen Ihnen gern!

Ein tierisch vergnügliches Miteinander wünscht Ihnen und Ihrem Rudel das
Team vom RoDiN e.V.